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Wörterbuch verwenden

DICTIO umfasst Wörterbücher mehrerer Sprachen. Die verfügbaren Wörterbücher sind im Auswahlmenü aufgeführt. In DICTIO kann nach Entsprechungen (Übersetzungen) zwischen jeweils zwei erfassten Sprachen sowie nach Informationen zu einzelnen Einträgen in den Wörterbüchern gesucht werden.

Als Suchanfrage können Wörter oder Gebärden eingegeben werden.

Lautsprache als Suchanfrage

  • Ausgangs- und Zielsprache auswählen.
  • Das ganze Wort oder einen Teil davon in das Suchfeld eingeben.
  • Die gesuchte Wortart auswählen.
  • Auf das Suchsymbol klicken.
  • Eine Ergebnisliste wird angezeigt.
  • Wenn Sie ein Ergebnis anklicken, erhalten Sie weitere Informationen zum Eintrag.
  • Entsprechungen (Übersetzungen) sind bei jeder Bedeutung des Eintrags aufgeführt.

Gebärdensprache als Suchanfrage

  • Ausgangs- und Zielsprache auswählen.
  • Über die virtuelle Tastatur einen Teil der Gebärde eingeben.
  • Sie können die Handform der dominanten Hand und den Gebärdenraum angeben sowie festlegen, ob Sie nach ein- oder beidhändigen Gebärden suchen. Wenn Sie für die dominante und die nicht dominante Hand dieselbe Handform auswählen, wird automatisch auch die Option für beidhändige Gebärden aktiviert. Standardmäßig wird nach einhändigen Gebärden gesucht.
  • Für genauere Angaben können Sie die SignWriting-Option verwenden (derzeit nicht verfügbar).
  • (Optional)Die gesuchte Wortart auswählen.
  • Auf das Suchsymbol klicken.
  • Eine Ergebnisliste wird angezeigt.
  • Wenn Sie ein Ergebnis anklicken, erhalten Sie weitere Informationen zum Eintrag.
  • Entsprechungen (Übersetzungen) sind bei jeder Bedeutung des Eintrags aufgeführt.

Virtuelle Tastatur

Die virtuelle Tastatur dient zur Eingabe von Teilen von Gebärden. Sie enthält Handformen und einen Teil des Gebärdenraums. Es kann angegeben werden, ob eine ein- oder beidhändige Gebärde gesucht wird, ob dominante und nicht dominante Hand dieselbe Handform haben und ob beide Hände aktiv sind.

Handoptionen
Option für einhändige Gebärden
Option für beidhändige Gebärden
Identische Handformen (dominante und nicht dominante Hand)
Option für zwei aktive Hände

Aufbau eines Wörterbucheintrags

Jeder Eintrag besteht aus drei Teilen:

  • Kopf
  • Formeller Teil (grammatische Angaben usw.)
  • Semantischer Teil
  • Kollokationen

Die Kopfzeile eines Lautspracheneintrags enthält das Lemma selbst (1), eine abweichende Aussprache in Klammern (2) und, falls vorhanden, eine alternative Schreibweise (3).

Die Kopfzeile eines Gebärdenspracheneintrags enthält Videos und Transkriptionen, da es für Gebärdensprachen keine allgemein etablierte konventionelle Schrift gibt. Als Grundform des Lemmas gilt das Video aus der Frontalansicht (1), ergänzt durch eine Seitenansicht (2). Außerdem ist eine Transkription in SignWriting (3) vorhanden; zusätzlich kann eine Transkription in HamNoSys (4) angegeben werden.

Da es sowohl links- als auch rechtshändige Gebärdende gibt, steht die Information zur Händigkeit oben links. (L: linkshändig, R: rechtshändig) (5)

Formeller Teil

Der formelle Teil eines Lemmas in einer Lautsprache kann folgende Angaben enthalten:

  • Wortherkunft (bei Lehnwörtern),
  • Wortart,
  • Mögliche Varianten (Schreibung, Wortart und Morphologie),
  • Flexionsparadigma flektierbarer Wortarten (Deklinationstabelle),
  • Stilistische Angaben (regionale, soziale oder stilistische Gebrauchsbeschränkungen des Ausdrucks).

Der formelle Teil eines Lemmas in einer Gebärdensprache kann folgende Angaben enthalten:

  • Herkunft der Gebärde,
  • Wortart,
  • Sprechkomponente – nur bei Lexemen, bei denen sie für die Artikulation obligatorisch ist; sie wird in Kleinbuchstaben angegeben. In Klammern gesetzte Wortteile sind optional. Mehrere mögliche Varianten werden durch einen Schrägstrich getrennt, z. B. „term(ín)/datum“.
  • Mundbild – wird nur angegeben, wenn es obligatorisch ist,
  • Grammatische oder stilistische Varianten,
  • Verbreitungsgebiet (Region, in der das Lexem typischerweise verwendet wird, oder typische Nutzergruppe)

Semantischer Teil

Dieser Teil enthält die Bedeutungserklärung mit Beispielen, Angaben zu semantischen Beziehungen und feste Mehrwortausdrücke, in denen der erklärte Ausdruck vorkommt.

Die Bedeutungserklärung (semantische Definition) folgt grundsätzlich der üblichen Form von Wörterbuchdefinitionen. Für Gebärdensprachen gibt es kleinere Anpassungen, die die Natürlichkeit der Äußerung bewahren sollen (so müssen beispielsweise der Ausdruck in der Kopfzeile und der Ausdruck im Kern der Bedeutungserklärung nicht derselben Wortart angehören; die Wiederholung des erklärten Ausdrucks am Anfang der Definition ist zulässig).

Der lexikografischen Tradition folgend werden alle Bedeutungen, die zu einer Form gehören, unter einem Lemma aufgeführt. Das Wörterbuch unterscheidet zwischen Homonymie (mehrere Lemmata) und Polysemie (ein Lemma); unklare Fälle werden unter einem Lemma eingeordnet. Verschiedene Bedeutungsvarianten können außerdem einem Fachgebiet zugeordnet werden. Dieses gibt den Kontext an (eine wissenschaftliche Disziplin oder einen allgemeinen Tätigkeitsbereich), in dem der Ausdruck in der jeweiligen Bedeutung üblicherweise vorkommt. Bei übernommenen Definitionen stammt die Fachgebietsangabe aus der ursprünglichen Quelle. Neu gebildeten Lemmata (insbesondere Fachtermini) wird eines der in den verwendeten Quellen genannten Fachgebiete zugeordnet (weitere Informationen zu den Quellen finden Sie auf der Seite „Über uns“). Fachgebietsspezifische Bedeutungen folgen auf die allgemeinen Bedeutungen. Eine vollständige Liste der verwendeten Fachgebiete finden Sie hier.

Anwendungsbeispiele werden in Satzform angegeben. Sie veranschaulichen grammatische (oder stilistische) Merkmale und besondere Konnotationen des beschriebenen Lemmas. Mitunter zeigen sie vor allem typische syntaktische Verbindungen (zum Beispiel mit bestimmten Verben oder Präpositionen), in anderen Fällen präzisieren sie die Bedeutungsdefinition. Die Beispiele stammen aus verschiedenen Quellen: Für Gebärdensprachen werden sie in Arbeitsgruppen von Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern erstellt, geprüft oder bestätigt. Für Lautsprachen werden sie entweder a) in Textkorpora recherchiert (zum Beispiel mit Sketch Engine* für das Tschechische) oder b) aus den Quellenwörterbüchern übernommen und zu Sätzen umformuliert, wenn sich im Korpus keine geeigneten Beispiele finden.

Weitere Angaben in diesem Bereich betreffen semantische Beziehungen zu Einheiten derselben Sprache (Synonyme, Antonyme) sowie zu Einheiten der jeweils anderen Wörterbuchsprache (semantische Entsprechungen, auch Übersetzungen genannt, und umgekehrt). Einträge in diesem Abschnitt können auf ein eigenes Lemma verweisen (sofern es im Wörterbuch der Zielsprache vorhanden ist) oder als einfacher Text angegeben sein.

Kollokationen

Den letzten Teil eines Lemmas bilden feste Verbindungen, die den beschriebenen Ausdruck enthalten. Dazu gehören kurze Verbindungen (Phraseologismen, Redewendungen und manche Vergleiche) ebenso wie vollständige Sprichwörter und Redensarten. Mehrwortverbindungen werden aufgenommen, wenn sie idiomatisch sind: Ihre Gesamtbedeutung lässt sich nicht allein aus den Bedeutungen der einzelnen Wörter ableiten.

Wortarten in der Tschechischen Gebärdensprache

Die erste Angabe in der formalen Beschreibung eines Eintrags der Tschechischen Gebärdensprache ist die Wortart des Zeichens. Wie jede natürliche Sprache unterscheidet auch die Tschechische Gebärdensprache Gruppen von Ausdrücken mit gemeinsamen morphologischen, syntaktischen (distributionellen) und semantischen Merkmalen. Diese systematischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden sprachübergreifend traditionell durch die Einteilung in lexikalische Kategorien, sogenannte Wortarten, erfasst. Die Bestimmung einzelner Wortarten anhand einer Kombination morphologischer, syntaktischer und semantischer Eigenschaften lexikalischer Einheiten gilt als ausreichend allgemeines Verfahren, um den Wortschatz jeder natürlichen Sprache zu systematisieren. Dieser Tradition folgend wird jeder lexikalischen Einheit im Wörterbuch in der Regel eine Wortart zugeordnet. Aufgrund der grammatischen Struktur von Gebärdensprachen im Allgemeinen und des Forschungsstands zur Tschechischen Gebärdensprache im Besonderen ist die Einteilung in Wortarten jedoch nicht unkompliziert. Daher erläutern wir kurz unseren Ansatz und definieren die im Wörterbuch verwendeten Begriffe.

Unser Ansatz verbindet Erkenntnisse der allgemeinen Sprachwissenschaft mit der aktuellen Forschung zur Tschechischen Gebärdensprache. Wo es das Sprachmaterial zulässt, verwenden wir traditionelle Wortarten. In anderen Fällen greifen wir auf Begriffe aus der Fachliteratur zur Tschechischen Gebärdensprache oder aus der internationalen Literatur zurück. Da eine umfassende theoretische Beschreibung der Grammatik der Tschechischen Gebärdensprache an den einschlägigen akademischen Einrichtungen noch erarbeitet wird, soll die hier vorgestellte Einteilung lediglich einen Ausgangspunkt für die weitere wissenschaftliche Diskussion bieten.

Zur Beschreibung des Wortschatzes der Tschechischen Gebärdensprache verwenden wir die traditionellen Wortarten Substantiv, Verb, Pronomen, Zahlwort, Konjunktion und Partikel. Aus der Fachliteratur zur Tschechischen Gebärdensprache übernehmen wir außerdem die Kategorie der „kategorisierenden Ausdrücke“. Aus der internationalen Fachliteratur stammen die Begriffe Klassifikator, Form- und Größenspezifikator, Modifikator und Frageausdruck.

Im Folgenden werden die allgemeinen Kriterien und typischen grammatischen Merkmale der einzelnen Kategorien beschrieben. Ausnahmen sind in der grammatischen Anmerkung des jeweiligen Lexems aufgeführt.

Kriterien für die Zuordnung von Gebärden zu Wortarten

1) Substantive

Als Substantive eingeordnete Gebärden erfüllen folgende Kriterien:

  • Semantisch: Sie bezeichnen Entitäten (Personen, Tiere, Gegenstände usw.) oder Eigenschaften, Materialien und Ähnliches.
  • Syntaktisch: a) Sie können mit Grundzahlwörtern und anderen Quantoren verbunden werden; b) Ein weiteres Substantiv wird stets koordinierend interpretiert.
  • Morphologisch: Die Reduplikation der Gebärde, die Inkorporation eines Zahlworts oder die Reduplikation einer Proform drückt den Plural aus. Als ergänzendes Kriterium gilt das Auftreten von Sprechkomponenten bei Substantiven im Gegensatz zu den oralen Komponenten bei Verben.

Bei den Substantiven werden zwei Untergruppen unterschieden: Gattungsnamen und Eigennamen. Gattungsnamen bezeichnen Gruppen von Entitäten (Klassen von Personen, Gegenständen, Phänomenen usw.). Eigennamen beziehungsweise Namensgebärden beziehen sich auf eine bestimmte Entität, unterscheiden sie von anderen derselben Art und kennzeichnen sie als einzigartig innerhalb einer Klasse.

2) Verbs

Gebärden werden als Verben eingeordnet, wenn sie die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Semantische Kriterien: Sie bezeichnen Handlungen oder Zustände.
  • Syntaktische Kriterien: Sie können nicht mit Grundzahlwörtern verbunden werden.

Morphologische Kriterien:

  • Sie weisen verschiedene Arten der Kongruenz auf (z. B. hinsichtlich Person, Numerus oder Ort).
  • Eine aspektuelle Modifikation durch nichtmanuelle Mittel ist möglich.
  • Reduplikation dient zum Ausdruck des Aspekts oder in manchen Fällen der Numeruskongruenz mit einem Objekt.

Ergänzende Hinweise sind das Auftreten oraler Komponenten (im Gegensatz zu den Sprechkomponenten bei Substantiven) oder die Möglichkeit, mit nichtmanuellen Mitteln zu negieren.

Verbtypen

Anhand weiterer Kriterien werden Verben in folgende vier Typen eingeteilt:

  • Einfache Verben

    Sie werden gewöhnlich am oder nahe am Körper artikuliert (z. B. RÁD [MÖGEN]). Sie nehmen keine Affixe für Person, Ort oder Numerus an; einige können aspektuelle Affixe annehmen. Subjekt und Objekt müssen lexikalisch ausgedrückt werden, meist durch Pronomen. Das Subjekt steht vor dem Verb, das Objekt danach.

  • Kongruenzverben

    Diese Verben nehmen Affixe für Person, Numerus und Aspekt, aber keine Ortsaffixe an (z. B. VRÁTIT [ZURÜCKKEHREN]).

    Kongruenzverben werden weiter in vier Untertypen eingeteilt:

    • Subjektkongruent: Anfang und Ende der Bewegung drücken das Subjekt aus (z. B. VRÁTIT).
    • Objektkongruent: Anfang und Ende der Bewegung drücken jeweils das Objekt und das Subjekt aus (z. B. POZVAT [EINLADEN]).
    • Eingeschränkt kongruent: Sie kongruieren nicht uneingeschränkt mit allen Objekten und Subjekten; häufig ist die Kongruenz mit der ersten Person ausgeschlossen (z. B. UZNAT [ANERKENNEN]).
    • Reziprok: Sie drücken wechselseitige Handlungen zwischen zwei Subjekten aus; jede Hand entspricht dabei einem Subjekt (z. B. SEZNÁMIT [BEKANNT MACHEN]).
  • Raumverben

    Sie nehmen Ortsaffixe, aber keine Affixe für Person, Numerus oder Aspekt an (z. B. PSÁT [SCHREIBEN]). Sie können die Bewegung eines Gegenstands durch den Raum anzeigen, einen Ort bestimmen oder ein Mittel beschreiben.

  • Klassifikatorverben

    Sie inkorporieren Handformen (Klassifikatorformen), die mit den Eigenschaften des Objekts kongruieren. Maßgeblich sind dabei Form, Größe oder andere Merkmale des Objekts.

3) Pronomen

Zu den Pronomen zählen ausschließlich Ausdrücke mit deiktischer oder anaphorischer Funktion. Sie lassen sich weiter in Demonstrativ- und Possessivpronomen unterteilen:

  • Demonstrativpronomen beziehen sich auf eine an der Kommunikation beteiligte Person oder einen Gegenstand im Kommunikationskontext (deiktischer Gebrauch) oder auf eine Gebärde (anaphorischer Gebrauch), auf die der ausgestreckte Zeigefinger (z. B. ICH) beziehungsweise bei Pluralformen weitere Finger (z. B. WIR-ZWEI) gerichtet sind.
  • Possessivpronomen drücken die Zugehörigkeit zu einer an der Kommunikation beteiligten Person oder zu einer Gebärde aus, auf die die Handfläche der gebärdenden Person gerichtet ist (z. B. SEIN).

4) Zahlwörter

Zahlwörter umfassen Ausdrücke, die sich auf Zahlen und das Zählen beziehen. Nach semantischen und weiteren Kriterien werden Grundzahlwörter, Ordinalzahlwörter, Multiplikativa, ikonische und unbestimmte Zahlwörter unterschieden:

  • Grundzahlwörter geben eine einfache, bestimmte Anzahl an und werden im neutralen Gebärdenraum artikuliert.
  • Ordinalzahlwörter drücken eine Reihenfolge aus und weisen eine reichere Flexionsmorphologie auf, etwa durch Verschiebungen im Gebärdenraum oder Änderungen der Orientierung.
  • Multiplikativa bezeichnen die Häufigkeit oder Wiederholung von Handlungen oder den Grad, um den eine Eigenschaft im Vergleich überschritten wird.
  • Ikonische Zahlwörter ahmen durch die Bewegung beim Gebärden ganz oder teilweise die geschriebene Form der entsprechenden Zahl nach.
  • Unbestimmte Zahlwörter bezeichnen eine nicht näher bestimmte Anzahl.

5) Modifikatoren

Modifikatoren umfassen Gebärden, die Entitäten oder verbale Handlungen näher bestimmen. Man unterscheidet qualitative, räumliche, temporale und aspektuelle Modifikatoren:

  • Qualitative Modifikatoren drücken Eigenschaften von Entitäten oder Handlungen aus (z. B. SCHÖN). Anders als die übrigen Gruppen sind sie typischerweise gradierbar.
  • Temporale Modifikatoren bestimmen den Zeitpunkt der Handlung in der Aussage näher und können einen zeitlichen Rahmen bilden (z. B. HEUTE). Sie zeichnen sich durch die Inkorporation numerischer Morpheme aus; eine mögliche Reduplikation bezeichnet dabei Häufigkeit und nicht Pluralität.
  • Aspektuelle Modifikatoren bestimmen die Handlung hinsichtlich ihres Beginns, Endes, Verlaufs oder ihrer Nichtrealisierung näher (z. B. SCHON). Sie treten ausschließlich mit Verben auf.
  • Räumliche Modifikatoren sind im Allgemeinen deiktische Ausdrücke. Sie geben nicht nur den Ort eines Gegenstands im Raum, sondern gegebenenfalls auch dessen Bewegungsbahn an (z. B. NEBEN).

6) Konjunktionen

Konjunktionen umfassen Gebärden, die verschiedene logische Beziehungen zwischen zwei Sätzen oder Satzgliedern ausdrücken.

7) Frageausdrücke

Frageausdrücke entsprechen dem linguistischen Begriff der W-Fragewörter. Mit ihnen werden Ergänzungsfragen gebildet, die gezielt bestimmte Informationen erfragen.

8) Kategorisierende Ausdrücke

Die Klasse der kategorisierenden Ausdrücke wird durch Aufzählung festgelegt. Semantisch handelt es sich um mehr oder weniger grammatikalisierte Ausdrücke, mit denen sich hierarchische Ober- und Unterbegriffsbeziehungen zwischen Lexemen ordnen lassen, insbesondere durch die Abgrenzung der über- oder untergeordneten Ebene von der Basisebene.

9) Partikeln

Partikeln umfassen Ausdrücke, die die subjektive Haltung der gebärdenden Person zur Aussage, deren Unmittelbarkeit oder den Grad der Gewissheit ausdrücken. Eine eigene Untergruppe bilden die Negationspartikeln. Sie verneinen ein Satzglied oder den gesamten Satz (z. B. ÜBERHAUPT).

10) Klassifikatoren

Zu den Klassifikatoren zählen Klassifikator-Handformen sowie Form- und Größenspezifikatoren.

Bei den Klassifikator-Handformen unterscheiden wir folgende semantische Typen:

  • Objektklassifikatoren (z. B. FIGUR).
  • Körperteilklassifikatoren (z. B. KLF-5o).
  • Handhabungsklassifikatoren (z. B. KLF-AS).
  • Kontaktklassifikatoren (z. B. KLF-A1).
  • Form- und Größenspezifikatoren beschreiben die Form eines Gegenstands (z. B. eines Substantivs) näher. Sie charakterisieren etwa Tiefe, Dicke, Breite, Umriss, Oberflächenbeschaffenheit oder Anzahl der Gegenstände (z. B. QUADRAT).

Grundlegende Wortstellung in der Tschechischen Gebärdensprache

Die erste Position im Satz nimmt der sogenannte zeitliche Rahmen ein, gefolgt von der Ortsangabe sowie Subjekt und Objekt. Das Verb steht an letzter Stelle.

Innerhalb des zeitlichen Rahmens steht zunächst ein allgemeinerer Ausdruck, danach ein spezifischerer. So wird „18. April“ als APRIL 18 und „um acht Uhr morgens“ als MORGENS ACHT-UHR ausgedrückt.

Bei Ortsangaben gilt das sogenannte Spiralprinzip: Die Darstellung führt vom Allgemeinen zum Spezifischen. Die Angabe „auf dem Platz in Královo Pole in Brünn“ würde beispielsweise so ausgedrückt: TSCHECHIEN, BRÜNN, KRÁLOVO POLE, PLATZ.

Beim Ausdruck von Subjekt und Objekt (allgemein innerhalb von Nominalgruppen) steht zuerst das Substantiv, auf das seine Modifikatoren folgen. Für Nominalgruppen mit Personenbezug ist folgende Reihenfolge typisch: a) Substantiv, Pronomen; b) Substantiv, Modifikator.

In einem erweiterten Objekt (oder Subjekt) ist folgende Reihenfolge typisch: Substantiv, Modifikator oder Spezifikator für Eigenschaft oder Form, Modifikator für Farbe. „Ein schöner schwarzer CRT-Fernseher“ wird beispielsweise als FERNSEHER CRT SCHWARZ SCHÖN ausgedrückt. Einzelne Bestandteile der Nominalgruppe können ausgelassen werden, ihre Reihenfolge muss jedoch erhalten bleiben. „Ein kleines rotes Auto“ lautet etwa AUTO KLEIN ROT, „ein schöner Tisch“ TISCH SCHÖN und „ein quadratischer Tisch“ TISCH QUADRAT.

Das Verb richtet sich nach dem Subjekt (Substantiv), mit dem es kongruiert. Diese Kongruenz zeigt sich beispielsweise im entsprechenden Klassifikator. Folgen zwei Verben aufeinander (typischerweise ein Modalverb und ein Vollverb), steht das Modalverb an erster Stelle, etwa WILL SCHWIMMEN. Verben können durch nichtmanuelle Komponenten modifiziert und intensiviert werden.